medinet-AG  
Alte Ölmühle
Rehabilitationsfachklinik für Abhängigkeitserkrankungen
39114 Magdeburg - Berliner Chaussee 66
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Neuere Ansätze der Rehabilitation von Abhängigkeitserkrankungen berücksichtigen sowohl die individuelle Psychodynamik des Suchtkranken als auch die Wechselwirkungen, die diese Dynamik mit dem Kontext des Betroffenen hat.

Hier ist in erster Linie die Bedeutung von Arbeit für die langfristige Aufrechterhaltung der Abstinenz und damit auch der Arbeitsfähigkeit zu nennen. Aufgrund des hohen Arbeitslosenanteils unter den Patienten sehen wir uns dazu verpflichtet, ein besonderes Therapieangebot im Bereich „Arbeit und Beruf“ vorzuhalten, um einerseits therapeutisch diesbezüglich belastende Erinnerungen, Kränkungen und Zurücksetzungen aufzufangen, andererseits aber auch, um neue Perspektiven, Visionen und Hoffnung bei den Betroffenen zu erzeugen, die sich nach gründlicher Vorbereitung auf konkrete Maßnahmen zu Umschulung, Branchenwechsel, Mobilität und vereinzelt auch Selbständigkeit gründen.

In diesen Zusammenhang ist auch an flexiblere Behandlungszeiten zu denken, da sich die gesellschaftlichen Bedingungen der Rehabilitation wandeln und flexiblere Behandlungszeiten der sich verdichtenden Intensität der Rehabilitation Rechnung tragen. Damit wird ein individualisierteres und aktiveres Angebot begünstigen.

In letzter Zeit wurden verstärkt bislang sehr erfolgreiche individuumszentrierte Ansätze (Tiefenpsychologie, Verhaltenstherapie) um die familientherapeutischen Aspekte erweitert. Diese bieten aufgrund von Interventionen, die zu Perspektivwechseln einladenden mitunter schnelle Problemlösungen an, welche den Therapieprozess erheblich effizienter gestalten und abkürzen können. Die verstärkte Einbindung der sozialen Umgebung des Patienten (Familie, Partnerschaft, Betrieb) in die Behandlung führt zudem zur Berücksichtigung von Gegenregulationen des Milieus, in das der Abhängige nach der Therapie meistens zurückkehrt und in dem er sich behaupten muss.

Mehr und mehr gerät daher sowohl der Kontext, aus dem der Suchtkranke kommt als auch der, in dem er behandelt werden soll, in das Blickfeld des Interesses.

Berücksichtigt man diese Erkenntnisse klinischer Behandlung, so heißt dies, das Setting so zu strukturieren, dass Patienten einen heilsamen Kontext vorfinden, der sowohl sie selbst und auch die Bezugspersonen in einen Veränderungsprozess bringt.

Weiter hat die systemische Theorie gezeigt, dass zur sinnvollen Behandlung von Suchterkrankungen eine Struktur geschaffen werden muss, welche die rigiden Muster der Suchterkrankung - also die fortwährende Wiederholung selbst- und fremdschädigende Verhaltensweisen - unterbricht und die andere kognitive wie emotionale Bewertungsstrategien - im Sinne von Perturbationen ( Störungen des Gewohnten) durch gezielte Neuinformationen anregt.