Statistisch ist die Mehrzahl unserer Patienten vor Therapieantritt arbeitslos, deshalb ist die Planung der beruflichen Zukunft ein wichtiges Thema im Therapieprozess. Aus dieser Notwendigkeit heraus wurde in unserer Klinik das Thema „Arbeit, Arbeitslosigkeit und Sucht“ zu einem Therapieschwerpunkt, der u.a. in Form der Indikationsgruppe „Arbeit“ umgesetzt wird.
An dieser Indikationsgruppe nehmen arbeitslose Patienten teil, ebenso die Patienten deren Arbeitsplatz gefährdet erscheint, deren Kompetenz zur Erlangung und Erhalt eines Arbeitsplatzes verbessert werden soll und deren Zielvorstellungen sich differenzieren lassen.
Auch bei Patienten die noch über einen festen Arbeitsplatz verfügen ist es in aller Regel zu Konflikten und Irritationen mit dem Arbeitgeber auf Grund der Suchterkrankung gekommen.
Auch hier ist es sehr hilfreich neue und angemessene Strategien für diese Situation zu finden, die auch die Einbeziehung des Arbeitgebers bedeuten können, um so eine kooperative und oft arbeitsplatzerhaltende Lösung zu erhalten.
Unterstützend hierbei ist ein Fragebogen „Beruf-Gesundheit“, der zu Therapiebeginn von den Patienten ausgefüllt wird. Dieser gibt Auskunft über sozialmedizinische, ergotherapeutische und psychotherapeutische Ressourcen (z.B. Schulbildung, Beruf, Erwerbsfähigkeit, soziale Fähigkeiten, Freizeitkompetenz).
In der Indikationsgruppe werden schwerpunktmäßig folgende Themen behandelt:
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Herausarbeiten der Bedeutung von Arbeit und Arbeitslosigkeit sowie von Arbeitslosigkeit und Sucht
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Klärung individueller Probleme auf dem Gebiet Arbeit bzw. Arbeitslosigkeit (z.B. Fremdschuldzuweisung, „Wendeproblematik“ etc.)
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Spielerisch-praktische Elemente zum Training von Teamfähigkeit
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Tagesstrukturierung (Zeitkreis unter Berücksichtigung des instrumentellen und sozioemotionalen Bereiches der Arbeit).
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Erlernen neuer Fähigkeiten in der Kommunikation und Interaktion mit Anderen
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Gestalten und Differenzieren persönlicher Visionen der beruflichen Zukunft
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Im Anschluss an die Teilnahme an dieser Indikationsgruppe erhalten die jeweiligen Gruppentherapeuten Rückmeldung über ihre Patienten und können diese in ihre weitere Behandlungsplanung integrieren. Gleichzeitig durchlaufen die Patienten im Rahmen der Ergotherapie ein Bewerbungstraining (Bewerbungsunterlagen erstellen, Selbstsicherheitsübungen, Rollenspiele). Der nächste Schritt ist dann die Vorbereitung einer externen Belastungserprobung und/oder eines Berufsfindungsseminars im Berufsförderungswerk.
Ein wesentliches Ziel der Rehabilitation ist die Wiedereingliederung des Patienten in den Arbeitsprozess. Dies gilt umso mehr in einem Gebiet mit hoher Arbeitslosigkeit. Im Behandlungskonzept Fachklinik Alte Ölmühle stehen daher arbeitsbezogene Maßnahmen im Vordergrund und bilden einen Schwerpunkt der Therapie. Neben der Belastungserprobung innerhalb des stationären und teilstationären Moduls sollen durch Berufspraktika sowie deren therapeutische Auswertung die Fähigkeiten des Patienten zur Bewältigung von alltäglichen Anforderungen gebessert werden. Darüber hinaus werden durch die Erstellung von Anforderungs- und Leistungsprofilen die Chancen des Patienten auf dem Arbeitsmarkt verbessert.
Zum Rehabilitationskonzept gehören daher der Aufbau von Praktikumsplätzen in der Region sowie eine enge Zusammenarbeit mit den im nördlichen Stadtgebiet und Umland ansässigen Firmen und Institutionen. Dies ist auch Aufgabe eines speziellen Case-Managers. Wir erwarten dadurch eine stärkere Verzahnung von medizinischer und beruflicher Rehabilitation sowie eine deutliche Verbesserung der beruflichen Integration und damit auch der Prognose für ein suchtmittelfreies Leben. Dies gilt auch in besonderem Maße für die dem Behandlungszentrum angegliederte Adaptionseinrichtung.