Hinweis zum Corona-Virus

Liebe Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, liebe Angehörige,

immer wieder erreichen uns Nachfragen, ob die SRH Medinet Fachklinik Alte Ölmühle trotz der aktuellen Corona-Situation weiterhin Rehabilitanden aufnimmt.

Ja, wir nehmen auf!

Ausgenommen davon sind natürlich an Covid-19 erkrankte Patienten oder Patienten, bei denen der begründete Verdacht einer Erkrankung besteht. Sollten Sie daher einen begründeten Verdacht haben - beispielsweise, weil Sie Erkältungssymptome oder erhöhte Temperatur aufweisen oder Kontakt zu mit Covid-19 Infizierten hatten - rufen Sie uns bitte vor Ihrer Anreise an.

Mit den besten Grüßen

das Team der
SRH Medinet Fachklinik Alte Ölmühle

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Wege aus der Sucht

Erfolgsgeschichten

Von der Reha-Behandlung in ein neues Leben!

Sucht hat immer eine Geschichte

Sucht kann viele Ursachen und Formen haben. Vom Genuss bis zum Missbrauch oder zur Sucht ist es oft ein schmaler Grat. Wir vestehen Sucht als Krankheit und nicht als Charakterschwäche. Wir begleiten Sie auf Ihrem Weg in ein suchtfreies Leben.

Es ist die einzige Krankheit, die man selbst heilen kann. Wir stellen Ihnen hier einige aktuelle und ehemalige Rehabilitanden und ihre Geschichten vor, die den Weg aus der Sucht und zu mehr  Eigenständigkeit und Lebensqualität gehen.

Janine B., Rehabilitandin in Adaption
"Man muss nur ein bisschen an sich selber glauben"

„Meine Geschichte beginnt, als ich 12 Jahre alt war. Damals nahm mich mein Bruder überall mit hin, auch zu Freunden, bei denen es Drogen gab. Als ich Drogen das erste Mal live sah, war ich entsetzt. Je häufiger ich in diesem Umfeld war, desto normaler wurde es. Irgendwann wollte ich es auch ausprobieren. Für meinen Bruder war das OK. Er sagte „passiert schon nix“. Irrglaube, wie wir fast 20 Jahre später feststellen. Meine Anfangsdroge war Speed. Bis 15 nahm ich alles und probierte mich aus. Ich war abhängig. Erst als ich mit meinen Kindern schwanger war, hörte ich sofort auf und das 2 Jahre lang. Die Kinder waren meine Motivation, stabil und abstinent zu bleiben. Doch dann wuchs mir alles über den Kopf, die Verantwortung, die Kinder und der Haushalt. Ich fing wieder an, Drogen zu nehmen und das 14 Jahre lang. Ich konsumierte alles, Drogen, Alkohol, war spielsüchtig. Ich war körperlich und psychisch am Ende. Immer wieder stürzte ich komplett ab. Meine Familie gab mich nicht auf und begleitete mich schließlich zur Entgiftung.

Danach kam ich zur Entwöhnung in die Rehaklinik. Ich begriff, ich muss etwas verändern für mich und meine Kinder. Der Anfang war schwer. Oft hatte ich trübe Gedanken, konnte nicht schlafen und hatte kein Vertrauen zu den Therapeuten. Ich wollte oft abbrechen und hatte sogar einen Rückfall, den ich mir selbst und dem Therapeutenteam eingestand. Aber die Gespräche mit den Therapeuten, das Gefühl, dass immer jemand da ist und mit dir den Weg geht, haben mir geholfen. Ich habe 6 Monate stationäre Reha gemeistert. Darauf bin ich sehr stolz. Zeitweise habe ich habe sogar eine Selbsthilfegruppe geleitet. Die Gespräche unter den Rehabilitanden brachten mir enorm viel. Der Übergang in die Adaption war schwierig. Ich weiß, es ist noch ein weiter Weg, aber ich weiß, wofür ich es mache. Das Team der Fachklinik unterstützt mich auf meinem Weg. Nächste Ziele: eigene Wohnung, Ausbildung, Führerschein, und dann sollen meine Kinder wieder zu mir. Dafür lohnt es sich.“

Lukas R., ehemaliger Rehabilitand
"Die ersten Tage in der Klinik waren hart."

"Ich war 17 Jahre alt und ging auf das Gymnasium bei uns. Dort hatte ich viele Freunde, die älter waren und mir Canabis anboten. Erst lehnte ich ab, wollte mit diesem Zeug nichts zu tun haben. Irgendwann habe ich dann "Ja" gesagt und das erste mal Canabis geraucht. Erst ab und zu, später jeden Tag. Auf Partys kamen dann andere Drogen hinzu. Ich wollte alles ausprobieren, mich gut fühlen, ging kaum noch zur Schule und meinen Eltern aus dem Weg. Ich war nicht abhängig, dachte ich. Meine Eltern entdecken in meinen Sachen schließlich Kokain und konfrontierten mich. Erst stritt ich alles ab, dann versprach ich "Es war nur einmal und ich höre damit auf". Ich machte weiter und nahm alles ein, was mir angeboten wurde. In dieser Zeit war ich kaum noch zu Hause. Ich wollte keinen Stress mit meinen Eltern.

Erst ein Schlüsselereignis rüttelte mich wach. Einer meiner "guten Freunde" kam mit einer Überdosis ins Krankenhaus und es sah schlecht für ihn aus. Ich vertraute mich meinen Eltern an und sie gingen mit mir zur Suchtberatungsstelle. Ich machte einen Entzug, und kam dann zur Entwöhung in die Fachklinik Alte Ölmühle.

In Gesprächen mit meinem Bezugstherapeuten und den Ärzten wurde mir klar, wie tief ich in die Sucht gerutscht bin. Auch meine Eltern wurden in die Therapie mit einbezogen (Angehörigengespräche).
Nach 6 Monaten harter Arbeit mit mir selbst, wollte ich meinen Therapieerfolg in der Adaption festigen. Und zog so in eine der Wohngemeinschaften im Adaptionshaus, absolvierte erst ein interenes Betriebspraktikum und später Praktika in den Kooperationsunternehmen.
Heute bin 19 Jahre alt und habe einen Ausbildungsplatz in meinem Wunschbetrieb bekommen. Meine Bezugstherapeutin unterstützte mich auf allen meinen Wegen und Vorhaben. Jetzt habe ich meine eigene Wohnung und besuche seither regelmäßig meine Selbsthilfegruppe auf. Der Führerschein ist mein nächstes Ziel. Denn ich will wieder Verantwortung für mein Leben übernehmen."